Gedanken im April / Mai 2021

Gedanken im April / Mai 2021

Komm, sag es allen weiter, ruf es in jedes Haus hinein, komm, sag es allen weiter, Gott selber lädt uns ein.

Es ist Freitag, der 29.01.2021, ein grauer, trister Tag. Stundenlang hat es geregnet. Jetzt ist es trocken, aber kalt. Ich trage eine Mütze und die Gemeindebriefe für meinen Bezirk. Das Lied summt durch meinen Kopf und beflügelt meine Füße.

Sein Haus hat offene Türen …

Ich halte inne. Gefühlt ist nix offen. Alles zu. Ich war in keinem Gottesdienst mehr seit dem gemeinschaftlichen Singen am 3. Advent. Und doch wird mir schlagartig bewusst, dass die Kirche niemals wirklich zu war. Auch heute nicht. An einem Freitag, mitten in der Woche, haben fleißige Hände im Paul-Gerhardt-Haus die Abholung der Gemeindebriefe vorbereitet. Viele flinke Füße holen heute oder in den nächsten Tagen die Stapel ab und verteilen Wort und Schrift in viele Haushalte.

Aber das ist nicht alles. Die Kirchen sind offen, um eine Kerze anzuzünden oder ein Gebet zu sprechen. Die Gemeinde ist über viele Kanäle erreichbar und zugänglich, im Gemeindebrief stehen Ansprechpartner und -partner-innen, Gesprächsangebote und Einladungen.

Er ruft uns in Geduld …

Geduld ist nun wirklich nicht meine Stärke. Ich habe es satt, geduldig zu warten bis all die wunderbaren Dinge wieder machbar sind, die wir uns jetzt verantwortungsbewusst verkneifen.

Dankbar werden mir einige kreative Veränderungen bewusst, die in der Zeit der Einschränkungen meinen Kontakt zur Gemeinde verbessert haben: Der Internetauftritt, die Veranstaltungen mit Abstand und Hygienemaßnahmen, die Sonntagsandachten auf YouTube, die ich nun genießen kann, wann es mir passt, zum Beispiel an einem Dienstagabend, wo sonst nix los ist. Gut, dass es in der Liedzeile nicht um meine Geduld geht.

Zu jedem will er kommen …

Zeichen Gottes erkennen ist gar nicht so einfach in diesen Tagen. Ich suche nach Lichtblicken in meiner Umgebung.

Ein freundlicher Gruß eines Nachbarn, Reste der Weihnachtsbeleuchtung, die ein wenig Licht ins Dunkel bringen und vermutlich nicht ohne Grund noch ein paar Tage länger in Vorgärten und Fensterbänken verweilen. Das erste Schneeglöckchen und natürlich die schon blühenden vorgezogenen Frühlingszwiebelblüher, die wie ein Versprechen auf eine wärmere, buntere, schönere Zeit von liebevollen Menschen als Gruß an Vorbeieilende dekorativ aufgestellt wurden.

Und wer ihn aufgenommen, wird selber Bote sein …

Der nächste Gemeindebrief landet in einem Briefkasten. Der letzte Schritt in einer Kette von Ereignissen, die von der Idee zu einem Artikel über die Produktion bis zum Empfänger ihren runden Abschluss gefunden haben. Aber die Geschichte ist hier noch nicht zu Ende.

Wenn Sie diese Zeilen lesen, sind seitdem zwei Monate vergangen. Ich weiß heute nicht, was dann wieder möglich ist. Wünsche und Ideen gibt es viele. In der Hoffnung, dass alles wieder persönlicher und direkter stattfindet, wünsche ich Ihnen viel Freude beim Lesen des neuen Gemeindebriefes.

Komm, sag es allen weiter, Gott selber lädt uns ein.

Herzliche Grüße,

Andrea Tiggemann

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