Ein Wort das mich bewegt

Ein Wort das mich bewegt

Erntedank!

Erntedank steht vor der Tür, und wir danken Gott und der Natur für die Gaben, die sie uns bescheren: „Alle deine Geschöpfe sollen dich preisen, HERR, alle, die zu dir gehören, sollen dir danken!“ (Psalm 145,10) 

Aber danken wir wirklich? Oder wem danken wir?

Zumindest für die Natur könnte es an vielen Stellen etwas mehr sein. Gerade bei uns in Europa sehen wir die Gabenvielfalt immer häufiger als selbstverständlich an. Wir vergessen bewusst oder unbewusst auch die Folgen, die unser Leben an der uns anvertrauten Schöpfung Gottes verursacht. Die massiven Eingriffe in ökologische Systeme wie Wälder, Flüsse und Böden, sowie der damit verbundene Raubbau an Tier- und Pflanzenwesen haben in den letzten beiden Jahrhunderten stark zugenommen.

Dabei sind wir von funktionierenden Ökosystemen abhängig. Verschmutztes Wasser lässt sich nicht trinken, trockene und vergiftete Böden lassen sich nicht bestellen, und ohne Wälder wird eine Umwandlung von CO2 in Sauerstoff nicht stattfinden.

„Wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, dann werdet ihr merken, dass …“ Dieses Sprichwort kennt wohl jede*r von Ihnen, von Euch.

Aber was werden wir merken? Das man Geld nicht essen kann oder vielleicht, dass man so nicht leben kann? Ersteres wird wahrscheinlich bekannt sein, aber letzteres? Dabei lässt sich das schon heute beobachten. Das Artensterben, Rekordhitze in den USA und Kanada, Waldbrände in Australien und Brasilien, Ernteausfälle in Indien und Madagaskar, Öl im Golf von Mexiko, Starkregen in Deutschland und natürlich die Corona Pandemie.

Der Kreislauf, der uns die Gaben beschert, und für die wir am Erntedankfest dankbar sind, wird immer mehr gestört und überbeansprucht. Das alles sind die Folgen unseres momentanen Umgangs mit der Schöpfung Gottes. Nicht etwa in einem langen Zeitraum, denn die Aufzählung ist den Nachrichten der vergangen Tage entnommen worden. Es ist nicht mehr fünf vor zwölf, sondern schon halb eins.

Wenn wir also Gott für seine Gaben danken, dann sollten wir auch für einen Erhalt dieser Lebensgrundlage sorgen.

Deshalb bitte ich Gott um die Weisheit und die Weitsicht, seine Schöpfung wieder zu bewahren und im Einklang mit ihr zu leben: Bitte Gott, hilf uns, einem Wandel positiv gegenüberzustehen. Gib uns einen positiven Blick auf die nötigen Veränderungen. Hilf uns, die Chancen zur Verbesserung des eigenen und gesellschaftlichen Lebens umzusetzen. Lass uns erkennen, was wir für uns und die nachfolgenden Generationen gewinnen.  

Ihr / Euer Jan Fierke

Joshua Speckels